Unterfunktion der Schilddrüse und Hashimoto-Thyreoiditis

Es gibt mehrere unterschiedliche Symptome, die auf eine Unterfunktion der Schilddrüse hindeuten können. Antriebslosigkeit, Müdigkeit trotz ausreichendem Schlaf, unerklärliche Gewichtszunahme und Stimmungsschwankungen gehören dazu. Aber auch Zyklusprobleme, wie z. B. PMS, schwankende Zyklen und/oder fehlender Eisprung (Anovulation) können auf eine Unterfunktion der Schilddrüse hindeuten. Ebenso zählen Wassereinlagerungen, Verstopfung, trockene Haut, Haarausfall und eine verminderte Libido zu den möglichen Anzeichen. Wie Sie sehen, sind die Symptome einer Schilddrüsenerkrankung oftmals diffus und entsprechend schwer zuzuordnen.

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Generell empfiehlt es sich, im Rahmen einer ersten Kinderwunsch-Anamnese und Diagnostik unbedingt auch die Schilddrüsenwerte einmal näher ins Auge zu fassen. Denn eine unentdeckte Unterfunktion der Schilddrüse kann den Versuch, schwanger zu werden bzw. zu bleiben, nachhaltig behindern und das Abort-Risiko erhöhen. Eine besondere Form dieser Unterfunktion, die Autoimmunerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis, ist eine häufige Ursache für unerfüllten Kinderwunsch oder wiederholte Fehlgeburten.

Heutzutage weiß man, wie wichtig eine intakte Schilddrüsenfunktion zum Schwangerwerden ist. Entsprechend sollte eine Frau mit Kinderwunsch, bei der es Hinweise auf Schilddrüsenprobleme gibt, bei einem Endokrinologen vorstellig werden. Im Rahmen der hier beschriebenen Immunproblematik der Hashimoto Krankheit jedoch besser noch bei einem immunologisch versierten Reproduktionsmediziner. Hier bietet sich das Kinderwunschzentrum Erlangen an! Denn wir haben diese Thematik zu einem Schwerpunkt etabliert.

Was genau passiert bei der Hashimoto-Thyreoiditis?

Generell liegt einer Autoimmunerkrankung stets eine Störung des Immunsystems zugrunde, die dazu führt, dass körpereigenes Gewebe als "fremd" angesehen und demzufolge aggressiv angegangen bzw. zerstört wird. Bei der Hashimoto-Thyreoiditis wird das körpereigene Schilddrüsengewebe angegriffen. Der Körper stößt sozusagen die eigene Schilddrüse ab. Hier gilt, dass der embryo-maternale Dialog gestört wird, wenn sich das Immunsystem bereits in der Imbalance befindet, was ja hier der Fall ist. Oder anders formuliert, wenn der Körper schon die eigene Schilddrüse versucht abzustoßen, wie wird es dann dem Embryo, der genetisch betrachtet ja "halbfremd" ist, wohl ergehen?

Dies zieht im Verlauf der Krankheit unterschiedliche problematische Auswirkungen nach sich:

  • Durch die Angriffe der Immunabwehr auf das körpereigene Schilddrüsengewebe kommt es immer wieder zu mehr oder weniger starken Entzündungen; dabei liegt im akuten Entzündungszustand tendenziell eine Unterfunktion der Schilddrüse vor. Der Anteil an Th1 Lymphozyten ist dabei erhöht, eine ungünstige Konstellation. In der Schwangerschaft sollten gerade die Th2 Lymphozyten die Schwangerschaft schützen. Dieser immunologische Aspekt kommt beim Endokrinologen eher zu kurz. Der TSH Wert sollte eher "zu scharf" eingestellt werden, Jod vermieden und die Nahrung mit Selen und Zink ergänzt werden.
  • Mit der Zeit ist die Schilddrüse immer weniger in der Lage, ausreichend Hormone zu produzieren. Dies wirkt sich entscheidend auf den Hormonstatus bzw. die körpereigene Fähigkeit aus, auf natürlichem Wege schwanger zu werden.

Um eine Unterfunktion der Schilddrüse zu behandeln, erfolgt die Gabe von Schilddrüsenhormonen. Das Behandlungsziel für Kinderwunsch-Patientinnen besteht dabei in der dauerhaften Wiederherstellung normaler Hormonverhältnisse an der Schilddrüse und den Eierstöcken. Morbus Hashimoto sollte allerdings besser nach den oben beschriebenen Prinzipien behandelt werden. Bei unerfülltem Kinderwunsch trotz normalisierter Hormonlage kann zudem eine gezielte hormonelle Auslösung des Eisprungs vorgenommen werden.

Bei unserer Erstanamnese fassen wir stets verlässlich auch sämtliche Symptome ins Auge, die auf Hashimoto, eine chronische Gebärmutter-Schleimhautentzündung (Endometritis) oder andere Erkrankungsursachen verweisen und unbehandelt einem Kinderwunsch im Weg stehen können. Kommen Sie einfach mit uns ins Gespräch!