PCO-Syndrom & Kinderwunsch – Schwanger werden mit PCOS
Auf dieser Seite erfahren Sie:
Das Wichtigste in Kürze
- Was ist PCOS? Die häufigste hormonelle Störung bei Frauen im gebärfähigen Alter – etwa 8 bis 13 % sind betroffen.
- Warum erschwert es den Kinderwunsch? PCOS stört den Eisprung. Ohne regelmäßige Ovulation ist eine Schwangerschaft erschwert.
- Kann man mit PCOS schwanger werden? Ja. Mit stufenweiser Behandlung wird die große Mehrheit der Frauen mit PCOS schwanger.
- Wie wird behandelt? Lebensstil & Gewicht → Inositol/Metformin → Ovulationsauslösung (Letrozol/Clomifen) → Gonadotropine → IVF/ICSI.
Was ist das PCO-Syndrom (PCOS)?
Typische Symptome des PCO-Syndroms
- Zyklusstörungen: seltene, unregelmäßige oder ausbleibende Regelblutungen
- Erhöhte Androgene: vermehrte Behaarung (Hirsutismus), Akne, teils Haarausfall
- Gewichtszunahme und Schwierigkeiten beim Abnehmen
- Polyzystische Ovarien im Ultraschall
- Unerfüllter Kinderwunsch durch fehlenden Eisprung
Ursachen und die Rolle der Insulinresistenz
Warum erschwert PCOS den Kinderwunsch?
Wie wird das PCO-Syndrom festgestellt?
- Zyklusstörung – seltener oder ausbleibender Eisprung (Oligo-/Anovulation)
- Hyperandrogenämie – erhöhte männliche Hormone, im Blut messbar oder klinisch sichtbar (Akne, Hirsutismus)
- Polyzystische Ovarien – typisches Ultraschallbild der Eierstöcke (PCOM)
Hormonwerte und Labordiagnostik
Ultraschall der Eierstöcke
PCOS-Selbstcheck: Habe ich Anzeichen für ein PCO-Syndrom?
PCOS-Selbstcheck: Habe ich Anzeichen für ein PCO-Syndrom?
Kreuzen Sie an, was auf Sie zutrifft. Sie erhalten sofort eine erste Einschätzung – diese ersetzt keine ärztliche Diagnose.
Hinweis: Dieser Selbstcheck dient nur der Orientierung und ist keine medizinische Diagnose. Eine gesicherte PCOS-Diagnose erfolgt ärztlich anhand der Rotterdam-Kriterien.
PCOS gezielt abklären – wir sind für Sie da
Schwanger werden mit PCOS: die Behandlung Schritt für Schritt
Schritt 1: Lebensstil und Gewicht
Schritt 2: Inositol und Mikronährstoffe
Schritt 3: Metformin bei Insulinresistenz
Schritt 4: Ovulationsauslösung – Letrozol oder Clomifen
| Kriterium | Letrozol | Clomifen |
|---|---|---|
| Wirkprinzip | Aromatasehemmer | Anti-Östrogen |
| Empfehlung (intl. Leitlinie 2023) | Erstlinie – höhere Lebendgeburtenrate | bewährte Alternative |
| Zulassung in Deutschland | off-label (Selbstzahler) | zugelassen |
| Einnahme | Tablette, früh im Zyklus | Tablette, früh im Zyklus |
Schritt 5: Gonadotropine (FSH-Spritzen)
Schritt 6: IVF, ICSI – und IVM bei PCOS
Wie hoch sind die Chancen, mit PCOS schwanger zu werden?
Welche Risiken sollten Sie kennen?
- Überstimulationssyndrom (OHSS): Frauen mit PCOS gehören zur Hauptrisikogruppe – durch vorsichtige Dosierung halten wir das Risiko gering.
- Mehrlingsschwangerschaften bei der Ovulationsauslösung – auch hier hilft das Monitoring.
- In der Schwangerschaft: erhöhtes Risiko für Schwangerschaftsdiabetes (ca. dreifach) und Bluthochdruck – eine gute Vorsorge fängt das zuverlässig ab.
Eine PCOS-Diagnose ist kein Grund, den Mut zu verlieren – im Gegenteil. Sie ist der erste Schritt zu einer gezielten Behandlung. In unserer Praxis sehen wir täglich Frauen mit PCO-Syndrom, die nach Monaten der Unsicherheit endlich schwanger werden. Je früher wir gemeinsam ansetzen, desto besser stehen die Chancen.
Dr. med. Jan van Uem - Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe - 35 Jahre Erfahrung - 22.000+ Wunschkinder begleitet
Warum Paare mit PCO-Syndrom uns vertrauen
geborene Wunschkinder
Erfahrung seit 1989
Punktionen
Google-Bewertung
- Mitglied im Deutschen IVF-Register (D·I·R) – freiwillige Qualitätskontrolle
- Behandlungserlaubnis nach § 121a SGB V
- Persönliche Betreuung durch Dr. van Uem und sein Team – von der Diagnose bis zur Schwangerschaft
Häufige Fragen zu PCOS und Kinderwunsch
Kann man mit PCOS auf natürlichem Weg schwanger werden?
Ja. Viele Frauen mit PCOS werden spontan schwanger, sobald der Eisprung regelmäßiger wird – etwa nach einer Gewichtsabnahme von 5 bis 10 Prozent oder unter Inositol/Metformin. Bleibt der Eisprung aus, hilft eine sanfte medikamentöse Unterstützung.
Wie wird PCOS bei Kinderwunsch behandelt?
Stufenweise: zuerst Lebensstil und Gewicht, dann bei Bedarf Inositol oder Metformin, anschließend eine Ovulationsauslösung mit Letrozol oder Clomifen, danach Gonadotropine und – falls nötig – IVF oder ICSI.
Was ist besser bei PCOS: Letrozol oder Clomifen?
Internationale Leitlinien empfehlen Letrozol als Erstlinientherapie, weil Studien eine höhere Lebendgeburtenrate zeigen. In Deutschland ist Letrozol für die Ovulationsauslösung off-label, während Clomifen zugelassen ist.
Hilft Abnehmen bei PCOS und Kinderwunsch?
Ja, bei Übergewicht ist es die wirksamste Erstmaßnahme. Schon 5 bis 10 Prozent weniger Körpergewicht können den Eisprung wieder in Gang bringen und die Schwangerschaftschancen erhöhen.
Wie lange dauert es, mit PCOS schwanger zu werden?
Das ist individuell. Da die Behandlung stufenweise erfolgt, ist ein Zeithorizont von 12 bis 24 Monaten realistisch. Manche Frauen werden schon nach den ersten Maßnahmen schwanger.
Bedeutet PCOS, dass ich unfruchtbar bin?
Nein. PCOS erschwert den Eisprung, macht aber nicht unfruchtbar. Mit der richtigen Behandlung wird die große Mehrheit der betroffenen Frauen schwanger.
Was ist der Unterschied zwischen PCO und PCOS?
PCO (polyzystische Ovarien) beschreibt nur das Ultraschallbild vieler kleiner Follikel ohne Krankheitswert. PCOS (PCO-Syndrom) liegt erst vor, wenn zusätzliche Kriterien wie Zyklusstörung und erhöhte Androgene erfüllt sind.
Welche Rolle spielt Insulinresistenz beim PCO-Syndrom?
Eine große. Eine Insulinresistenz verstärkt die Überproduktion männlicher Hormone und damit die Symptome. Sie zu behandeln – über Ernährung, Bewegung oder Metformin – ist ein wichtiger Baustein der Kinderwunschbehandlung.
Sie haben PCOS und einen Kinderwunsch? Sprechen wir darüber.
Wissenschaftliche Quellen
- Teede HJ, Tay CT, Laven J, et al. (2023): "Recommendations from the 2023 International Evidence-based Guideline for the Assessment and Management of Polycystic Ovary Syndrome" – Human Reproduction, 38(9):1655-1679.
Zur Quelle (PubMed) - Legro RS, Brzyski RG, Diamond MP, et al. (2014): "Letrozole versus Clomiphene for Infertility in the Polycystic Ovary Syndrome" – New England Journal of Medicine, 371(2):119-129.
Zur Quelle (PubMed) - Franik S, Eltrop SM, Kremer JAM, et al. (2018): "Aromatase inhibitors (letrozole) for subfertile women with polycystic ovary syndrome" – Cochrane Database of Systematic Reviews, 5:CD010287.
Zur Quelle (PubMed) - Showell MG, Mackenzie-Proctor R, Jordan V, et al. (2018): "Inositol for subfertile women with polycystic ovary syndrome" – Cochrane Database of Systematic Reviews, 12:CD012378.
Zur Quelle (PubMed) - Sharpe A, Morley LC, Tang T, et al. (2019): "Metformin for ovulation induction (excluding gonadotrophins) in women with polycystic ovary syndrome" – Cochrane Database of Systematic Reviews, 12:CD013505.
Zur Quelle (PubMed) - DGGEF/DGE (2025): "S2k-Leitlinie: Diagnostik und Therapie des polyzystischen Ovarsyndroms (PCOS)" – AWMF-Reg.-Nr. 089-004.
Zur Leitlinie (AWMF)



