PCO-Syndrom & Kinderwunsch – Schwanger werden mit PCOS

Lesen Sie hier, was das PCO-Syndrom (PCOS) ist, wie es Ihren Kinderwunsch beeinflusst und mit welchen Behandlungen die meisten betroffenen Frauen schwanger werden. Seit 1989 begleiten wir im Kinderwunschzentrum Erlangen Frauen mit PCOS auf ihrem Weg zum Wunschkind.
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Auf dieser Seite erfahren Sie:

Das Wichtigste in Kürze

  • Was ist PCOS? Die häufigste hormonelle Störung bei Frauen im gebärfähigen Alter – etwa 8 bis 13 % sind betroffen.
  • Warum erschwert es den Kinderwunsch? PCOS stört den Eisprung. Ohne regelmäßige Ovulation ist eine Schwangerschaft erschwert.
  • Kann man mit PCOS schwanger werden? Ja. Mit stufenweiser Behandlung wird die große Mehrheit der Frauen mit PCOS schwanger.
  • Wie wird behandelt? Lebensstil & Gewicht → Inositol/Metformin → Ovulationsauslösung (Letrozol/Clomifen) → Gonadotropine → IVF/ICSI.

Was ist das PCO-Syndrom (PCOS)?

Das PCO-Syndrom – medizinisch polyzystisches Ovarialsyndrom – ist eine hormonelle Störung, die den weiblichen Zyklus aus dem Gleichgewicht bringt. Es ist die häufigste hormonelle Erkrankung bei Frauen im gebärfähigen Alter: Nach der internationalen PCOS-Leitlinie sind etwa 8 bis 13 Prozent aller Frauen betroffen.
Charakteristisch ist ein erhöhter Spiegel männlicher Hormone (Androgene), der einen unregelmäßigen oder ausbleibenden Eisprung zur Folge hat. Der Name leitet sich von den vielen kleinen Bläschen (Follikeln) ab, die sich im Ultraschall zeigen können – das sind keine echten Zysten.

Typische Symptome des PCO-Syndroms

Ursachen und die Rolle der Insulinresistenz

Eine zentrale Rolle spielt häufig eine Insulinresistenz: Der Körper spricht schlechter auf Insulin an, produziert mehr davon, und dieser hohe Insulinspiegel regt die Eierstöcke zu vermehrter Androgen-Produktion an. Die Insulinresistenz ist damit nicht nur Folge, sondern auch ein Verstärker des PCO-Syndroms – und ein wichtiger Behandlungsansatz.

Warum erschwert PCOS den Kinderwunsch?

PCOS erschwert den Kinderwunsch vor allem, weil der Eisprung ausbleibt oder unregelmäßig stattfindet. Ohne Eisprung (Anovulation) kann keine Eizelle befruchtet werden. Tatsächlich ist das PCO-Syndrom die häufigste Ursache für einen durch fehlenden Eisprung bedingten unerfüllten Kinderwunsch.
Hinzu kommt: Betroffene wissen oft nicht, wann ihr nächster Eisprung kommt. Dadurch ist es schwierig, die fruchtbaren Tage abzupassen. Unser Eisprungrechner grenzt das fruchtbare Fenster ein – bei unregelmäßigen Zyklen ersetzt er aber keine ärztliche Zyklusbeobachtung.

Wie wird das PCO-Syndrom festgestellt?

Die Diagnose erfolgt anhand der international anerkannten Rotterdam-Kriterien: Ein PCO-Syndrom liegt vor, wenn mindestens zwei von drei Kriterien erfüllt sind und andere Ursachen ausgeschlossen wurden.
  1. Zyklusstörung – seltener oder ausbleibender Eisprung (Oligo-/Anovulation)
  2. Hyperandrogenämie – erhöhte männliche Hormone, im Blut messbar oder klinisch sichtbar (Akne, Hirsutismus)
  3. Polyzystische Ovarien – typisches Ultraschallbild der Eierstöcke (PCOM)
Rotterdam-Kriterien zur Diagnose des PCO-Syndroms: Zyklusstörung, erhöhte Androgene und polyzystische Ovarien – zwei von drei Kriterien bedeuten PCOS
Diagnose des PCO-Syndroms nach den Rotterdam-Kriterien (2 von 3).

Hormonwerte und Labordiagnostik

Über eine Blutuntersuchung bestimmen wir die entscheidenden Werte: Testosteron und freies Testosteron, SHBG, LH und FSH, AMH sowie Insulin und Blutzucker (ggf. oraler Glukosetoleranztest). Prolaktin und TSH grenzen andere Ursachen ab. Neuerung der Leitlinien: Der AMH-Wert kann inzwischen als Ersatz für die Ultraschall-Beurteilung herangezogen werden.

Ultraschall der Eierstöcke

Im vaginalen Ultraschall zeigen sich beim PCO-Syndrom häufig zahlreiche kleine Follikel. Wichtig: Dieses Bild allein ist keine Diagnose – viele gesunde Frauen haben ebenfalls polyzystische Ovarien. Erst die Kombination mit den übrigen Kriterien sichert die Diagnose.

PCOS-Selbstcheck: Habe ich Anzeichen für ein PCO-Syndrom?

Sie sind unsicher, ob Ihre Beschwerden zu einem PCO-Syndrom passen? Unser interaktiver Selbstcheck gibt Ihnen in einer Minute eine erste Orientierung. Beantworten Sie die Fragen ehrlich – das Ergebnis ist anonym und bleibt in Ihrem Browser.

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Kreuzen Sie an, was auf Sie zutrifft. Sie erhalten sofort eine erste Einschätzung – diese ersetzt keine ärztliche Diagnose.

Hinweis: Dieser Selbstcheck dient nur der Orientierung und ist keine medizinische Diagnose. Eine gesicherte PCOS-Diagnose erfolgt ärztlich anhand der Rotterdam-Kriterien.

PCOS gezielt abklären – wir sind für Sie da

Im Kinderwunschzentrum Erlangen klären wir Ihr PCO-Syndrom umfassend ab und finden gemeinsam den besten Weg zu Ihrem Wunschkind.

Schwanger werden mit PCOS: die Behandlung Schritt für Schritt

Die gute Nachricht zuerst: Die meisten Frauen mit PCO-Syndrom können schwanger werden. In unserer Praxis gehen wir stufenweise vor – von den sanftesten Maßnahmen bis, falls nötig, zur künstlichen Befruchtung. Welche Stufe sinnvoll ist, hängt von Alter, Dauer des Kinderwunsches und Ihren Befunden ab.

Schritt 1: Lebensstil und Gewicht

Bei Übergewicht ist die Gewichtsreduktion die wirksamste Erstmaßnahme. Schon eine Abnahme von 5 bis 10 Prozent des Körpergewichts kann den Eisprung wieder in Gang bringen. Empfohlen werden eine ausgewogene Ernährung mit niedrigem glykämischen Index und regelmäßige Bewegung.

Schritt 2: Inositol und Mikronährstoffe

Ergänzend setzen viele Betroffene auf Myo-Inositol (oft mit D-Chiro-Inositol im Verhältnis 40:1), das den Insulinstoffwechsel günstig beeinflussen kann. Wichtig für jede Frau mit Kinderwunsch sind außerdem Folsäure und Vitamin D.

Schritt 3: Metformin bei Insulinresistenz

Liegt eine Insulinresistenz vor, kann Metformin den Insulinspiegel senken und den Zyklus stabilisieren – vor allem bei schlankeren Patientinnen oder in Kombination mit der Ovulationsauslösung.

Schritt 4: Ovulationsauslösung – Letrozol oder Clomifen

Setzt der Eisprung trotz Lebensstiländerung nicht ein, hilft eine medikamentöse Ovulationsauslösung. Zwei bewährte Tabletten stehen zur Verfügung:
KriteriumLetrozolClomifen
WirkprinzipAromatasehemmerAnti-Östrogen
Empfehlung (intl. Leitlinie 2023)Erstlinie – höhere Lebendgeburtenratebewährte Alternative
Zulassung in Deutschlandoff-label (Selbstzahler)zugelassen
EinnahmeTablette, früh im ZyklusTablette, früh im Zyklus
Eine engmaschige Eisprungkontrolle per Ultraschall ist dabei entscheidend – so bestimmen wir den optimalen Zeitpunkt für Verkehr zum Optimum oder eine Insemination.

Schritt 5: Gonadotropine (FSH-Spritzen)

Reagieren die Eierstöcke nicht auf Tabletten, folgt eine sanfte Hormontherapie mit niedrig dosierten Gonadotropinen. Diese werden bei PCOS besonders vorsichtig dosiert, um eine Überstimulation zu vermeiden.

Schritt 6: IVF, ICSI – und IVM bei PCOS

Führen die vorherigen Schritte nicht zum Ziel, ist die künstliche Befruchtung der nächste Weg: IVF oder ICSI. Für Frauen mit PCOS kann zudem die In-vitro-Maturation (IVM) interessant sein – dabei reifen unreife Eizellen im Labor, was das Risiko einer Überstimulation senkt. In manchen Fällen kommt ein laparoskopisches ovarielles Drilling (LOD) in Betracht.

Wie hoch sind die Chancen, mit PCOS schwanger zu werden?

Die Aussichten sind gut: Mit der stufenweisen Behandlung gelingt es der großen Mehrheit der Frauen mit PCO-Syndrom, schwanger zu werden. Häufig braucht es etwas Geduld – ein realistischer Zeithorizont liegt bei 12 bis 24 Monaten, da die Behandlungsstufen nacheinander ausprobiert werden. Entscheidend ist eine individuell angepasste, ärztlich begleitete Strategie statt schneller Versprechen.

Welche Risiken sollten Sie kennen?

Eine PCOS-Diagnose ist kein Grund, den Mut zu verlieren – im Gegenteil. Sie ist der erste Schritt zu einer gezielten Behandlung. In unserer Praxis sehen wir täglich Frauen mit PCO-Syndrom, die nach Monaten der Unsicherheit endlich schwanger werden. Je früher wir gemeinsam ansetzen, desto besser stehen die Chancen.

Porträt von Dr. Jan van Uem, Leiter des Kinderwunschzentrums Erlangen

Warum Paare mit PCO-Syndrom uns vertrauen

Sie haben die Diagnose PCO erhalten? Das ist kein Grund, den Mut zu verlieren. In unserer Praxis behandeln wir seit über 35 Jahren Frauen mit PCO-Syndrom – und kennen jeden Schritt auf dem Weg zum Wunschkind.
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Häufige Fragen zu PCOS und Kinderwunsch

Ja. Viele Frauen mit PCOS werden spontan schwanger, sobald der Eisprung regelmäßiger wird – etwa nach einer Gewichtsabnahme von 5 bis 10 Prozent oder unter Inositol/Metformin. Bleibt der Eisprung aus, hilft eine sanfte medikamentöse Unterstützung.

Stufenweise: zuerst Lebensstil und Gewicht, dann bei Bedarf Inositol oder Metformin, anschließend eine Ovulationsauslösung mit Letrozol oder Clomifen, danach Gonadotropine und – falls nötig – IVF oder ICSI.

Internationale Leitlinien empfehlen Letrozol als Erstlinientherapie, weil Studien eine höhere Lebendgeburtenrate zeigen. In Deutschland ist Letrozol für die Ovulationsauslösung off-label, während Clomifen zugelassen ist.

Ja, bei Übergewicht ist es die wirksamste Erstmaßnahme. Schon 5 bis 10 Prozent weniger Körpergewicht können den Eisprung wieder in Gang bringen und die Schwangerschaftschancen erhöhen.

Das ist individuell. Da die Behandlung stufenweise erfolgt, ist ein Zeithorizont von 12 bis 24 Monaten realistisch. Manche Frauen werden schon nach den ersten Maßnahmen schwanger.

Nein. PCOS erschwert den Eisprung, macht aber nicht unfruchtbar. Mit der richtigen Behandlung wird die große Mehrheit der betroffenen Frauen schwanger.

PCO (polyzystische Ovarien) beschreibt nur das Ultraschallbild vieler kleiner Follikel ohne Krankheitswert. PCOS (PCO-Syndrom) liegt erst vor, wenn zusätzliche Kriterien wie Zyklusstörung und erhöhte Androgene erfüllt sind.

Eine große. Eine Insulinresistenz verstärkt die Überproduktion männlicher Hormone und damit die Symptome. Sie zu behandeln – über Ernährung, Bewegung oder Metformin – ist ein wichtiger Baustein der Kinderwunschbehandlung.

Sie haben PCOS und einen Kinderwunsch? Sprechen wir darüber.

Vereinbaren Sie ein persönliches Beratungsgespräch im Kinderwunschzentrum Erlangen. Wir finden gemeinsam die für Sie passende Behandlungsstrategie.
+49 9131 8095 0  ·  ✉ info@kinderwunschzentrum.de  ·  📍 Michael-Vogel-Str. 1e, 91052 Erlangen

Wissenschaftliche Quellen

  1. Teede HJ, Tay CT, Laven J, et al. (2023): "Recommendations from the 2023 International Evidence-based Guideline for the Assessment and Management of Polycystic Ovary Syndrome" – Human Reproduction, 38(9):1655-1679.
    Zur Quelle (PubMed)
  2. Legro RS, Brzyski RG, Diamond MP, et al. (2014): "Letrozole versus Clomiphene for Infertility in the Polycystic Ovary Syndrome" – New England Journal of Medicine, 371(2):119-129.
    Zur Quelle (PubMed)
  3. Franik S, Eltrop SM, Kremer JAM, et al. (2018): "Aromatase inhibitors (letrozole) for subfertile women with polycystic ovary syndrome" – Cochrane Database of Systematic Reviews, 5:CD010287.
    Zur Quelle (PubMed)
  4. Showell MG, Mackenzie-Proctor R, Jordan V, et al. (2018): "Inositol for subfertile women with polycystic ovary syndrome" – Cochrane Database of Systematic Reviews, 12:CD012378.
    Zur Quelle (PubMed)
  5. Sharpe A, Morley LC, Tang T, et al. (2019): "Metformin for ovulation induction (excluding gonadotrophins) in women with polycystic ovary syndrome" – Cochrane Database of Systematic Reviews, 12:CD013505.
    Zur Quelle (PubMed)
  6. DGGEF/DGE (2025): "S2k-Leitlinie: Diagnostik und Therapie des polyzystischen Ovarsyndroms (PCOS)" – AWMF-Reg.-Nr. 089-004.
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